Ein Präzisionsdosier-Ventil mit einer langen, schlanken Metall-Düse wird auf einer reflektierenden Oberfläche gezeigt. Das Gerät hat einen silbernen und schwarzen Körper mit verschiedenen sichtbaren Komponenten, einschließlich einer schwarzen elektronischen oder Steuereinheit am hinteren Ende. Die dünne Düsenspitze dient zur präzisen Flüssigkeitsanwendung.

DELO News

Dispensing | 30. Jan 2019

Langzeitstudie belegt: Hochgefüllte Klebstoffe sind gut dosierbar

Füllstoffe verbessern die Temperaturfestigkeit und Leitfähigkeit von Klebstoffen. Allerdings bringen diese Füllstoffe auch Herausforderungen mit sich: Ihre abrasive Natur kann dazu führen, dass Dosieranlagen schneller verschleißen, was die Dosierpräzision beeinträchtigen könnte. Doch eine Studie von ViscoTec und DELO demonstriert, dass Dosieranlagen trotz des Einsatzes von Füllstoffen zuverlässig und präzise arbeiten können.

Die Anforderungen an die Temperaturfestigkeit und chemische Beständigkeit von Klebstoffen steigen in vielen Branchen. Das gilt z.B. für die Automobil- oder die Elektronikindustrie. Um Eigenschaften wie elektrische bzw. thermische Leitfähigkeit oder angepasste Ausdehnungskoeffizienten zu erreichen, ergänzen Klebstoffhersteller ihre Produkte durch zusätzliche Rohstoffe. Diese robusten, meist mineralischen oder metallischen Füllstoffe finden also einen häufigeren Einsatz in Klebstoffen. Sie gelten jedoch als abrasiv und damit schwer dosierbar. Zu Unrecht, wie Langzeittests gezeigt haben.

Abrasiv bedeutet, dass die Materialien eine schleifende Wirkung haben. Dies kann potenziell Oberflächen abnutzen oder beschädigen. Um die Effekte abrasiver Füllstoffe auf das Equipment in der Praxis zu prüfen, haben ViscoTec und DELO eine Langzeitstudie durchgeführt. Innerhalb dieser sollte ermittelt werden, wie Klebstoffe mit Füllstoffanteil die Dosierfähigkeit von Dosiergeräten beeinflusst. Zu diesem Zweck wurden über 6 Millionen Dosierzyklen durchgeführt.

Doch um die Ergebnisse der Forschung zu verstehen, lohnt es sich, kurz auf den Aufbau moderner Dosiersysteme einzugehen.

Moderne Dosiersysteme: Das Rotor-Stator-Prinzip

Moderne Dosiersysteme, wie Exzenterschneckenpumpen, verwenden einen Rotor und einen elastischen Stator, um Klebstoffe effizient zu transportieren. Denn diese Bauweise ist besonders effizient für die Dosierung zäher, scherempfindlicher oder feststoffhaltiger Flüssigkeiten.

Transport Klebstoff: Der Rotor ist so geformt, dass er versetzt zur Statoroberfläche läuft. Dadurch entstehen temporäre Dichtungen und Hohlräume bilden sich. Sobald der Rotor beginnt, sich exzentrisch zu bewegen, bilden sich neue Hohlräume. Diese saugen das Produkt an und es wird entlang der Baugruppe "vorwärtsbewegt", bis es durch die Auslassöffnung ausgestoßen wird.

Des Weiteren sind moderne Statoren oft aus elastomerischen Material gebaut. Der Vorteil liegt darin, dass ein elastomerischer Stator eine ständige Abdichtung gewährleistet, die eine gleichmäßige und präzise Dosierung ermöglicht. Denn Elastomere gehören zu einer besonderen Klasse von Polymeren, die sich durch ihre herausragende Elastizität auszeichnen. Diese Materialien können sich bei Dehnung oder Biegung erheblich in ihrer Form verändern. Nach der Belastung jedoch kehren sie zuverlässig in ihre ursprüngliche Gestalt zurück. Ein Stator aus Elastomer besitzt die Fähigkeit, die ungleichmäßigen Bewegungen des Rotors effektiv zu absorbieren. Auch kann er sich flexibel an die Form des Rotors anpassen. Dies führt zu einer kontinuierlichen Abdichtung und gewährleistet somit eine gleichmäßige und präzise Dosierung.

Results: chemical resistance and long-term precision

Versuch 1: In den durchgeführten Tests kamen eco-PEN und RD-Dosiergeräte von ViscoTec zum Einsatz. Untersucht wurden sechs verschiedene Epoxidharze von DELO mit Füllstoffanteilen zwischen 25 und 50 Prozent. 
Zunächst wurden die Statoren für 168 Stunden in Klebstoff eingelegt, um deren chemische Beständigkeit zu testen. Dies simuliert eine Langzeitbeanspruchung, wie sie in der Praxis auftreten könnte.
Anschließend wurden die Statoren auf Veränderungen in Masse, Maßhaltigkeit sowie Härte und Elastizität der Elastomere untersucht.

Ergebnisse: Die eco-PEN und RD-Dosiergeräte von ViscoTec zeigten keine signifikanten Verschleißerscheinungen: Selbst nach Millionen von Zyklen mit gefüllten Klebstoffen nicht. Die Dosierpräzision blieb konstant, was die Zuverlässigkeit der Geräte unter realen Bedingungen bestätigt. Es traten keine signifikanten Masseverluste oder Verformungen auf und die mechanischen Eigenschaften blieben erhalten.

Versuch 2: In einem zweiten Schritt wurden 24 Langzeitversuche durchgeführt. Um ein typisches Dosierverhalten in einem automatisierten Fertigungsprozess zu simulieren, wurde ein Zyklus verwendet: Dieser bestand aus zwei Sekunden Dosieren gefolgt von einer Sekunde Pause. Diese Methode sollte das regelmäßige Stop-and-Go-Verhalten in automatisierten Produktionsprozessen nachstellen.
Pro Versuchsreihe kam es so zu knapp 300.000 Dosierzyklen. Zudem wurden pro Versuchsreihe für den eco-PEN-Dispenser in etwa 30kg und für die RD-Dispenser in etwa 240kg dosierter Klebstoffmenge eingesetzt.

Ein Präzisionsdosier-Ventil mit einer langen, schlanken Metall-Düse wird auf einer reflektierenden Oberfläche gezeigt. Das Gerät hat einen silbernen und schwarzen Körper mit verschiedenen sichtbaren Komponenten, einschließlich einer schwarzen elektronischen oder Steuereinheit am hinteren Ende. Die dünne Düsenspitze dient zur präzisen Flüssigkeitsanwendung.

(c)ViscoTec

In regelmäßigen Abständen (nach jeweils 20 Stunden) wurden dann drei Dosierschüsse gewogen. Diese Prüfungen dienten dazu, die Konsistenz und Präzision der Dosierungen im Zeitverlauf zu überprüfen.
Eine Zu- oder Abnahme der gewogenen Dosierschüsse im Vergleich zu früheren Messungen an Masse, könnte auf einen Verschleiß der Dosiergeräte hinweisen. Insbesondere bei abrasiven Klebstoffen könnte eine solche Veränderung darauf hindeuten, dass das Material Teile der Dosiergeräte abnutzt. Dies könnte die Dosierpräzision beeinträchtigen.

Ergebnisse: Tatsächlich war eine präzise und wiederholgenaue Dosierung über alle Versuchspaare gegeben. Die Experten von DELO zeigten sich dementsprechend begeistert:

Die Versuche zeigen, dass selbst harte Füllstoffe in Kombination mit hohen Füllgraden einer dauerhaft zuverlässigen und reproduzierbaren Dosierung unserer High-Performance-Klebstoffe nicht im Weg stehen.
Dr. Karl Bitzer, Gesamtleiter Produktmanagement bei DELO

Vor und nach den Dauerlaufversuchen wurden zudem die aus hartverchromtem Edelstahl bestehenden Rotoren und die Elastomer-Statore der Dosiergeräte vermessen. Das Ergebnis: Nach den jeweils knapp 300.000 Dosierzyklen waren an den Rotoren keine und an den Statoren nur minimale Verschleißerscheinungen erkennbar. Die Veränderungen an den Statoren war dabei so gering, dass die Maße noch immer innerhalb der engen Fertigungstoleranzen lagen.

Für alle Dispenser und Statoren war eine dauerhaft wiederholgenaue und präzise Dosierung möglich. Dies zeigt sich dadurch, dass trotz der abrasiven Testmedien und der vielen Dosierzyklen ein Ende der Lebenszeit unserer Dosiergeräte innerhalb der Testdauer nicht erreicht werden konnte. Das ist ein wirklich schönes Ergebnis.
Manuel Paintmayer, Relationship Management Material Manufacturing bei ViscoTec

Fazit

Die Studie von DELO und ViscoTec belegt, dass selbst in abrasiven Szenarien eine präzise und zuverlässige Dosierung gewährleistet werden kann. Die Dosiergeräte ermöglichen eine dauerhaft präzise Applikation und bieten somit auch bei Klebstoffen mit hohen Füllgraden eine nachhaltige Zuverlässigkeit.

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Über DELO

DELO ist ein führender Anbieter von Hightech-Klebstoffen. Seit über 25 Jahren bieten wir Lösungen für die Automobil-, Elektronik- und Halbleiterindustrie. Unsere innovativen Technologien setzen Maßstäbe in der Branche. Unternehmen wie Bosch, Huawei und Siemens vertrauen DELO für überlegene Klebetechnologien.