Moderne Industrieklebstoffe sind Hightech-Produkte, die einen reibungslosen Produktionsablauf ermöglichen, vorausgesetzt, sie werden richtig aufgetragen. Versagt eine Klebeverbindung in der späteren Anwendung, liegt das meist an Anwendungsfehlern im Produktionsprozess. Hier setzt die seit Frühjahr 2016 gültige Norm DIN 2304 "Klebtechnik - Qualitätsanforderungen an Klebeprozesse" an.
Rund 90 Prozent der Fehler in der Klebetechnik sind nach Expertenmeinung auf mangelndes Fachwissen zurückzuführen. Mit der Einführung der DIN 2304, einer neuen Qualitätsnorm, hat die Branche einen Schritt zur verbesserten Qualitätssicherung in der Klebetechnik getan. Diese Norm gibt sowohl den Klebstoffherstellern als auch den Klebstoffanwendern klare Maßstäbe vor und setzt auch einen rechtlichen Maßstab für die Branche.
Die Klebstoffindustrie steht allzu oft vor der Herausforderung, dass die Qualität von Klebstoffverbindungen nur schwer zu überprüfen ist, da sie bei den Tests oft beschädigt oder zerstört werden müssen. Daher ist ein alternativer Ansatz erforderlich. Die DIN 2304 legt klare Regeln und Qualitätsstandards fest, die die Anwendungs- und Kontrollprozesse strukturieren. Dies ermöglicht eine Qualitätssicherung, ohne dass Klebeverbindungen nachträglich geprüft werden müssen.
Die DIN 2304 ist zwar kein Gesetz, aber ihre Einhaltung kann helfen, verantwortungsbewusstes Verhalten zu demonstrieren, was im Falle eines Vorfalls entscheidend ist. Im Falle eines Rechtsstreits bietet diese Norm die Möglichkeit, die Haftung für die Qualität eines Bauteils oder einer Klebeverbindung zu bestimmen, und die Gerichte werden sich in solchen Fällen wahrscheinlich auf DIN 2304 beziehen. Hält sich ein Anwender nicht an die Norm, kann er sich dem Vorwurf aussetzen, nicht dem aktuellen Stand der Technik zu entsprechen. Umgekehrt können sich Unternehmen, die sich an die Norm halten, durch Dokumentation und Beweise von ihrer Schuld freisprechen. Obwohl die Norm rechtlich nicht bindend ist, ist sie in der Praxis von großer Bedeutung.
Die DIN 2304 organisiert die Klebeprozesse in Unternehmen durch vier Kernaspekte:
Wir sprachen mit Gudrun Weigel, Leiterin Technik bei der DELO Industrieklebstoffe GmbH & Co. KGaA, über ihre Sicht auf die DIN 2304:
Die neue Norm greift die Komplexität des Klebens auf und legt den Grundstein für ein professionelles und sicherheitsorientiertes Vorgehen bei klebtechnischen Aufgaben. Klebstoffanwender erhalten konkrete und klar formulierte Vorgaben, welche organisatorischen Aufgaben im Vorfeld zu erledigen sind, um qualitativ hochwertige Klebeverbindungen mit hoher Zuverlässigkeit im praktischen Einsatz herzustellen.
Die Norm bringt zunächst einmal mehr Bürokratie mit sich. Es handelt sich jedoch um organisatorische Maßnahmen und Dokumentationen, um zuverlässige Fertigungsprozesse zu gewährleisten. Die Anwender sind aufgefordert, ihre Prozesse zu überprüfen, in die Aus- und Weiterbildung ihres Personals zu investieren und sicherzustellen, dass ihre Konstruktionen für die zu erwartenden Belastungen geeignet sind, und diese entsprechend zu dokumentieren. All dies sind konstruktive Maßnahmen, die wirksame Klebeverbindungen sicherstellen und letztlich langfristig Kosten sparen.
Zwar muss jeder Kunde seine Prozesse eigenständig organisieren, doch erwarten wir vermehrt Anfragen nach Beratung und Unterstützung bei der Auswahl von Klebstoffen und Materialien, bei der Gestaltung effizienter Fertigungsschritte und bei der Sicherstellung insgesamt reproduzierbarer Produktionsprozesse. Dies ist Teil unserer Kundenbetreuung, die wir durch die DELO-Academy mit Schulungen für ihre Mitarbeiter weiter unterstützen.
Die Umsetzung der DIN 2304 bringt organisatorische und archivarische Herausforderungen mit sich und stellt zunächst bürokratische Hürden dar. Letztlich erhöht sie aber die Prozesssicherheit für Unternehmen.
Die DIN 2304 setzt neue Maßstäbe für die Qualitätssicherung in der Klebetechnik und definiert klare Qualitätsstandards und strukturierte Prozesse. Sie ermöglicht es Unternehmen, die Qualität ihrer Klebeverbindungen zuverlässig zu dokumentieren und bietet Rechtssicherheit. Zudem ist die DIN 2304 die erste umfassende Norm für Qualitätsanforderungen in der Klebetechnik. Bisher gab es nur spezifische Normen wie die DIN 6701 für Schienenfahrzeuge, die international anerkannt ist und in eine EN-Norm überführt wird - ein Prozess, der auch bei der DIN 2304 eintreten könnte.
Lassen Sie sich von unseren Experten bei DELO beraten, um die richtigen Lösungen für Ihre Klebstoffanforderungen zu finden. Ob individuelle Beratung oder maßgeschneiderte Schulung - wir helfen Ihnen, Ihre Projekte erfolgreich umzusetzen und von der DIN 2304 zu profitieren. Kontaktieren Sie uns noch heute!
Über DELO: DELO ist ein führender Anbieter von Hightech-Klebstoffen. Seit über 25 Jahren bieten wir Lösungen für die Automobil-, Elektronik- und Halbleiterindustrie. Unsere innovativen Technologien setzen Branchenstandards. Unternehmen wie Bosch, Huawei und Siemens verlassen sich auf DELO, wenn es um überlegene Klebstofftechnologien geht.