PMB stellt neues additives Wuchtverfahren vor

08.04.2020

Eine korrekt aufgetragene Wuchtmasse (hier pink eingefärbt) ermöglicht höhere Drehzahlen bei geringerer Lautstärke und eine längere Lebensdauer (Bild: DELO)
Ein neues additives Verfahren auf Klebstoffbasis ermöglicht hochgenaues und schnelles Auswuchten. (Bild: DELO)

Präzisionsmaschinenbau Bobertag (PMB) hat einen völlig neuen Prozess für das präzise Auswuchten rotierender Teile vorgestellt. Nach einer hochgenauen Messung der Unwucht nutzt PMB ein additives Verfahren zu ihrer Korrektur. Dabei werden DELO-Wuchtmassen in Kleinstmengen schnell und genau dosiert und anschließend in Sekunden ausgehärtet. Auswuchten minimiert unter anderem Geräusche und erhöht die Lebensdauer.

Anwendern steht damit ab sofort eine Lösung für industrielle Serienprozesse zur Verfügung, bei denen es auf höchste Genauigkeiten ohne Abtrag am Werkstück ankommt. Mit minimal möglichen Korrekturgenauigkeiten von 0,1 mg lassen sich Restunwuchten von 1 mg*mm erzielen, wie sie beispielsweise in der optischen Industrie gefordert sind. Wegen seiner sehr guten Prozesssicherheit ist dieser additive Ansatz auch für Anwendungen mit mittleren Unwuchten von 50-100 mg*mm interessant, etwa für Kleinlüfter.

Bei dem Verfahren bestimmt eine Vermessungsstation in der PMB-Auswuchtmaschine zunächst die Unwucht. Anschließend trägt das Mikrodosierventil DELO-DOT D4 die additive Wuchtmasse in ein oder zwei Ebenen berührungslos, präzise und schnell auf. Als Wuchtmassen kommen lichthärtende Klebstoffe von DELO zum Einsatz, die speziell modifiziert sind und über eine hohe Dichte verfügen.

Durch das Belichten mit DELOLUX UV-Lampen härten die Wuchtmassen innerhalb weniger Sekunden vollständig aus. Abschließend verifiziert eine Kontrollmessung das Ergebnis. Die Wuchtung ist üblicherweise nach einem Korrekturschritt abgeschlossen. Das Auswuchten kann dabei direkt in der Vermessungsstation erfolgen. Sollen für Großserien sehr kurze Taktzeiten erzielt werden, können die Prozessschritte auch in Mehrstationen-Anlagen parallel ablaufen.

„Diese Neuentwicklung ist als Standard-Lösung verfügbar, die einfach umzusetzen und von Klein- bis Großserie skalierbar ist“, erklärt Manfred Bobertag, Geschäftsführer von PMB. „Gegenüber bestehenden Verfahren profitieren Anwender bei diesem neuen Ansatz von schnellen Taktzeiten, Spanfreiheit und perfekt steuerbarer Massenkorrektur.“

„Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Klebstoffe weit mehr können als Bauteile dauerhaft miteinander zu verbinden“, sagt Karl Bitzer, Gesamtleiter Produktmanagement bei DELO. „Tatsächlich handelt es sich bei unseren Produkten um multifunktionale Materialien, die wir so maßschneidern, dass sie ganz neue Anwendungen und intelligente Prozesse ermöglichen.“

Beim Auswuchten dominieren bislang die subtraktiven Verfahren, das Zerspanen und zunehmend auch Lasern. Im Vergleich zu additiven Verfahren muss bei der Bauteilauslegung zusätzliches „Opfer-Material“ vorhanden sein, das dann teilweise abgetragen werden kann. Additives Wuchten dagegen ist materialeffizienter. Denn es wird exakt das aufgetragen, was erforderlich ist.

Auswuchten ist bei den meisten Anwendungen mit rotierenden Bauteilen erforderlich, z.B. bei Elektromotoren, Lüftern, Pumpen und Turbinen. Eine bessere Unwucht steigert durch geringere Schwingungen und Belastungen die Qualität. Sie ermöglicht höhere Drehzahlen bei geringerer Lautstärke und eine längere Lebensdauer.

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