Feuerlöscher-Manometer zuverlässig kleben

Feuerlöscher-Manometer zuverlässig kleben

DELO und Manovia sorgen für Sicherheit

Viele Feuerlöscher sind mit einem Manometer ausgerüstet, so dass jederzeit abgelesen werden kann, ob sich der Druck im Behälter noch im „grünen Bereich“ befindet. Wurde bei der Herstellung von Manometern früher noch auf Weichlöten gesetzt, ist Kleben jetzt in den Vordergrund gerückt. Der Grund: Eine Materialumstellung von Kupferbronze auf nicht rostenden Stahl.

Unverbaute Manometer von Manovia (Bild: DELO)

Die Firma FT Manovia mit Sitz im baden-württembergischen Buggingen bei Freiburg ist auf die Herstellung von Feuerlöscher-Manometern spezialisiert. Sie produziert jährlich 5 Millionen Einheiten. Das mittelständische Unternehmen wurde 1998 gegründet und ging aus der damaligen F+R Förster und Rothmann GmbH, einem Hersteller von Druckmessgeräten, hervor. Die Produktion verläuft vollautomatisch im 2-Schicht-Betrieb. Das Unternehmen ist der größte europäische Hersteller für Feuerlöscher-Manometer und besitzt einen weltweiten Kundenstamm. Manovia ist ISO 9001:2015 zertifiziert und hat seit 2005 eine eigene Produktionsstätte in Shanghai.

Bei Manometern, die den herrschenden Druck im Feuerlöscher per Skala anzeigen, ist der zentrale Bestandteil bei der Produktion die Verbindung eines Federrohrs aus Kupferbronze mit einem Messinggehäuse. Dies geschah in der Regel durch Weichlöten. Da aber neue Löschmittel nachweislich aggressiv auf die Kupferbronzeverbindungen einwirken, musste ein anderes, robusteres Material her. Aufgrund seiner inerten Eigenschaften wurde als neuer Werkstoff für die Federrohre nicht rostender Stahl eingesetzt. Dieser lässt sich allerdings nicht mehr durch Weichlöten mit dem Messinggehäuse verbinden. Daher musste ein neues, gleichzeitig schnelles sowie platzsparendendes Verfahren gefunden werden.

Kleben statt Löten

Da rein mechanische Verfahren wie Verklammern oder Aufschrumpfen zu aufwändig oder kostenintensiv waren, fiel die Wahl in diesem Fall auf Kleben als Fügeverfahren. Werden hohe Anforderungen an Sicherheit und Beständigkeit gegen aggressive Chemikalien gestellt, kommen oft warmhärtende Epoxidharzklebstoffe zu Einsatz.

Daher hätte Manovia durchaus auf ein schon bekanntes Verfahren, die Ofenhärtung von Klebstoffen, setzen können. Bei dieser wird Klebstoff bei einer Ofen-Durchlaufzeit von ca. 30-60 Minuten ausgehärtet. Um die benötigte Produktionskapazität von Manovia damit zu erfüllen, wäre ein Wärmeofen von mindestens fünf Metern Länge und 45 Kilowatt Leistung notwendig gewesen. Was nicht nur viel Platz, sondern auch hohe Anschaffungs- und Energiekosten zur Folge gehabt hätte.

Induktion macht’s

Nach einen Materialwechsel für das Federrohr kam nur noch das Kleben als Fügeverfahren in Betracht (Bild: DELO)

Um diese aufwändigen und nachteiligen Umstellungen zu verhindern, wurden – in einem Prozessoptimierungsworkshop mit DELO – schnellere Aushärtungsprozesse erarbeitet.

Für metallische Werkstoffe, wie hier der nicht rostende Stahl, ist die Induktionshärtung eine effiziente Lösung. Bei der induktiven Erwärmung wird das metallene Werkstück – partiell oder komplett – mittels einer stromführenden Spule einem elektromagnetischen Wechselfeld ausgesetzt. Das Anlegen dieses Feldes erzeugt im Material Wirbelströme, die entgegengesetzt zum ursprünglichen Strom fließen und so die Wärme entstehen lassen. Die Induktion sorgt somit für ein sekundenschnelles Erwärmen von elektrisch leitfähigen Bauteilen, was die Aufheizzeit drastisch reduziert und ein beschleunigtes Aushärten ermöglicht. Durch weitere Tests und nach einem Feldversuch über zwölf Monate hinweg wurde das Verfahren so weitergeführt, dass der Klebstoff in nur fünf Sekunden optimal ausgehärtet werden konnte. Der von Manovia auf die Bedürfnisse angepasste Induktionsautomat, braucht im Vergleich zum Durchlaufofen, nur wenig Platz und verbraucht gerade mal zwei Kilowatt Stromleistung.

Der richtige Klebstoff zählt

Da der Klebstoff mindestens genauso wichtig wie der Aushärtungsprozess ist, entschied sich der Mittelständler aus Buggingen für ein einkomponentiges, für die Induktion geeignetes, Epoxidharz von DELO. Es überzeugt vor allem mit seiner sehr hohen chemischen Beständigkeit, die gerade bei aggressiven Löschmitteln von Bedeutung ist.

Der Konstruktions- und Strukturklebstoff DELOMONOPOX AD 295 verfügt über ein gutes Fließverhalten und damit gute Verarbeitungseigenschaften im Produktionsprozess. Zudem kommt er speziell bei Metallverklebungen und bei Anwendungen zum Einsatz, bei denen es um Festigkeit und gleichzeitig Zuverlässigkeit geht.

Fazit

Dank der Klebstoffaushärtung mittels Induktion können die Feuerlöscher-Manometer von Manovia vollautomatisch und kostengünstig produziert werden. Dass sich das Forschen nach Alternativen auszahlt, zeigt der Erhalt des Innovationspreises des Landes Baden-Württemberg, den FT Manovia dafür erhielt.